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Mit Verblüffungsgarantie

Mabodruck, ein Full-Service-Dienstleister im Taunus, hat allerlei "Spezialitäten" im Angebot. Dafür sorgt Firmenchef Harald Weil persönlich.

"Ist das ein echter Gobelin?" Die Frage löst bei Harald Weil ein Schmunzeln aus. "Genau das wollte ich hören." Er freut sich an der Verblüffung, mit der man reflexartig die Fingerspitzen über den Druck gleiten lässt. Die Wiedergabe ist so täuschend echt, dass man das Webstück unwillkürlich anfassen möchte.

Eigentlich ist die Mabodruck GmbH in Kronberg im Taunus eine ganz normale Akzidenzdruckerei. Ihr Kerngeschäft ist die Herstellung von Geschäftsausstattungen, Flyern, Foldern, Broschüren, Geschäftsberichten, Etiketten und Verpackungen. Ihr Leistungsspektrum reicht von Konzeption, Grafik und Layout über High-end-Scans, elektronische Bildbearbeitung, Computergrafik, digitalen Großformatdruck bis zu Datenbanklösungen. Doch der "Mabo" eilt ein Ruf als Full-Service-Dienstleister mit Verblüffungsgarantie voraus, den maßgeblich ihr geschäftsführender Gesellschafter Harald Weil mit seinen "Spezialitäten" geprägt hat.

Der Gobelin-Kalender, eine Gemeinschaftsarbeit mit einer befreundeten Künstlerin, ist eine davon. "Das Schwierigste war die Digitalisierung", erzählt Weil. "Im Original misst der Gobelin vier Meter auf 45 Zentimeter. Unsere Reproduktion kommt auseinandergeklappt auf drei Meter, also fast Originalgröße." Der Trick, der letztlich funktionierte: "Wir haben den Teppich abschnittsweise eingescannt." Mit dem Kalender hat Weil kein Geld verdient - zweihundert Freunde und Kunden des Hauses bekamen den haptisch-optischen Schmaus als Geschenk. Doch bei solchen Sonderprojekten kann er zeigen, zu welchen handwerklichen Leistungen sein Team in der Lage ist. Und das macht ihm sichtlich Spaß.

Weil klappt den Karton zusammen, steckt ihn in den edlen, leinenbezogenen Schuber zurück - und wartet schon mit der nächsten Verblüffung auf. "Ich sag immer, drucken kann jeder." Aus dem Mund eines Druckereibesitzers hört sich das, mit Verlaub, verwegen an, aber in Weils hessischem Zungenschlag kommt das Understatement sympathisch unprätentiös daher. Dabei ist der 59-jährige mit der grauen Stoppelfrisur ein Multitalent, wie man es in der Branche nicht häufig findet: vom gelernten Buchdruckermeister zum erfolgreichen mittelständischen Unternehmer - und daneben Sonntagsmaler.

In dem dreistöckigen Geschäftshaus der Mabodruck in Kronberg-Oberhöchstadt ist kaum ein Stück Wand frei, überall hängen Weils abstrakte Landschaften in Öl und Acryl. Im vergangenen Jahr wurde eines seiner Werke vom Papierkonzern m.real mit einem Preis ausgezeichnet. Weils zurückhaltender Kommentar: "Natürlich hat mich das gefreut. Aber das Malen war nie mehr als ein Hobby für mich, das mir in stressigen Zeiten beim Abtauchen geholfen hat." Versonnen spielt er mit dem Notizblock, auf dem das Logo aufgedruckt ist, ebenfalls ein Entwurf von ihm: die vier Buchstaben MABO, auf ihre geometrische Grundform reduziert, in Rot, Blau, Gelb und Grau. "Ich bin immer noch auf der Suche nach meinem Stil", sagt er dann. Die klare Formensprache des Logos erinnert an die Bauhaus-Typographie. Wenn er nicht so angenehm uneitel wäre, würde er sich vielleicht auf eine Verwandtschaft mit Moholy-Nagy & Co berufen - die Forderung der Bauhaus-Gründer nach Rückbindung der Kunst ans Handwerk scheint ihm im Blut zu liegen.

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[print process 26/04]

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