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Malta – Sprungbrett ins boomende Libyen

Libyen-Investoren erzielen erhebliche Wettbewerbsvorteile
durch Geschäftsabwicklung über Malta

Libyen ist in aller Munde. Seit Revolutionsführer Gaddafi vor rund einem Jahr einen außen- und wirtschaftspolitischen Kurswechsel einleitete, richtet die Wirtschaftswelt begehrliche Blicke auf den letzten erdöl- und gasreichen, aber noch nicht erschlossenen Markt in der Mittelost-Nordafrika-Region. Die günstigen Vorzeichen für Libyen reißen nicht ab: Im Juni 2003 bekräftigte Gaddafi den Kurswechsel hin zu mehr privaten in- und ausländischen Kapitaleignern auch gegenüber dem IWF und beauftragte mit der Umsetzung den neuen Regierungschef Ghanem. Der legte ein liberales Wirtschaftsprogramm auf und kündigte die Privatisierung von 360 Staatsunternehmen an. Im September 2003 wurden die UN-Sanktionen aufgehoben, im November 2003 endete auch der Boykott durch Russland. Im Dezember 2003 erklärte Gaddafi den Verzicht auf Massenvernichtungswaffen. Und im Juni diesen Jahres fand die 24 Jahre währende Eiszeit zwischen Libyen und den USA mit der Eröffnung eines "diplomatischen Verbindungsbüros" in Tripolis ein Ende. Die erwartete Rückkehr der US-Ölkonzerne im nächsten, spätestens übernächsten Jahr verspricht einen Boom in der gesamten libyschen Volkswirtschaft anzustoßen. Experten rechnen mit einem sprunghaften Anstieg des Handels zwischen dem nordafrikanischen Land und den Staaten der Europäischen Union. Kurz: Es herrscht Goldgräberstimmung.

Natürlich planen auch zahlreiche deutsche Unternehmen ein Engagement im viertgrößten Staat Afrikas, für den Deutschland schon jetzt zweitwichtigster Importpartner und nach Italien zweitgrößter Erdölabnehmer ist. Doch viele Investoren zögern noch – zu unwägbar stellt sich die Lage derzeit noch im Detail dar. Abgesehen von den Problemen im Umgang mit der fremden arabischen Kultur, gibt es auch ganz konkrete Hindernisse. Deutschland unterhält keine eigene Außenhandelskammer in Tripolis, Deutsche brauchen noch immer ein Einreisevisum und – stärkstes Hindernis – Libyens Steuergesetzgebung. Zwar wurde die Unternehmenssteuer für ausländische Investoren deutlich gesenkt – ab 2005 gelten Steuersätze von 15 % (für Gewinne bis 170.000 EUR) bis 40 % (für Gewinne ab 1,7 mio EUR). Gewinn- und Steuerermittlung sind jedoch wie viele andere Facetten des Geschäftslebens in Libyen durch eine völlig fremde Kultur geprägt.

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[Außenwirtschaftsportal Bayern, September 2004]

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